29.6.2011
Ausschlafen ist heute angesagt. Um 8.30 Uhr werde ich ohne Wecker wach. Dann wieder das gewohnte Programm: Frühstücken, saubermachen und so weiter. Ihr kennt das ja jetzt schon. Aber etwas Besonderes gab es schon am Morgen! Michi hat am Abend noch einen Zopf vorbereitet, den Sonja am Morgen im Holzofen gebacken hat. Es gab also frischen, warmen Zopf zum Frühstück.
Heute überlege ich, noch den Klettersteig auf die Sulzfluh zu gehen, weil wieder nicht so viel los sein wird, aber ich bin mir unsicher wegen des Wetters. Sicherheitshalber frage ich einen der Bauarbeiter, die seit Montag hier sind, denn sie können das Wetter am besten einschätzen. Er rät mir davon ab zu gehen und so bleibe ich da. Später bestätigt sich die Vorhersage und ich bin froh, nicht gegangen zu sein.
Langweilig wird es aber auch ohne Gäste nie. Wir nutzen die Flaute in der Küche, um neue Gerstensuppe zu kochen.
Ausserdem muss nachgeschaut werden, was alles eingekauft werden muss, denn Tom ist im Tal und kommt am Abend mit dem Muli und den Einkäufen wieder nach oben. Es wird alles gezählt, was im Keller und den Vorratsräumen über der Küche ist.
Sanitär-Arbeiten
Draussen werden seit Montag die WCs umgebaut. Weil die Arbeiter heute ins Tal abgestiegen sind, helfen Michi und ich mit.
Klingt einfach -ist es aber nicht. Jedenfalls nicht hier oben, wo keine Strom- und Wasseranschlüsse verlegt sind wie im Tal.
Gut dass es Roman gibt! Er hat für 17 Jahre die Hütte bewirtet und kennt sich hier oben mehr als gut aus.
Man muss wissen woher man Wasser nimmt: Hier kommt es aus einer Quelle. Seit gestern ist ein Bagger dabei eine Rinne für die Rohre zu graben, die vom Haus bis zu der Quelle gelegt werden müssen. Es ist eben nur ein kleiner Bagger, denn auch der musste irgendwie hierher transportiert werden.
Neben dem Rohr für das Wasser liegt noch ein zweites blaues Rohr. Roman erklärt mir, dass darin nachher ein Stromkabel verlaufen wird. An der Quelle wird eine neue Turbine eingebaut um Strom für die Hütte zu erzeugen. Dort wird er in Batterien gespeichert, die im Keller gelagert sind. Ausserdem sind diese Batterien noch an Solar-Panels angeschlossen, die aussen an der Hütte angebracht sind.
Die Vorräte sind trotz sicherer Energiequellen nicht endlos, und so muss gespart werden, wo es eben geht. Zum Beispiel gibt es nur einen Kühlschrank für angebrochene Lebensmittel, für den in Notfällen mit einem Aggregat Strom erzeugt wird. Alles andere lagert im natürlichen Kühlschrank: dem Keller der in den Fels geschlagen und daher immer kühl ist. Im Tal hätte man für alles Kühlräume.
Am Abend bewirten wir wieder unsere Gäste und jetzt gibt es Abendessen: Selbstgemachte Spätzle.
Ich merke, dass es mein letzter Abend hier oben ist und werde traurig. Aber ich geniesse die letzten Stunden in vollen Zügen und plane insgeheim schon, wann ich das nächste Mal komme.













