Heißt es eigentlich “der” oder “das” Pistenbully? Egal, an obigem Beispiel seht ihr auf jeden Fall, dass sich den Ritt auf “der” Pistenraupe auch Frauen zutrauen – und das, finden wir, ist natürlich auch gut so. Wir haben uns das Traumjob-Highlight für den Schluss aufgehoben und das macht sich schon bemerkbar: Bereits jetzt würden die Kandidaten kaum noch in eine der Bergbahnen in Splügen passen – übrigens einem der Aktionsgebiete des Gewinners. Mehr lesen
Graubünden Blog
Archiv von September, 2011
Traumjob-Gewinner: Thomas, das Bike und der Weltmeister
928 Kilometer – das ist laut Google Maps die Entfernung zwischen Norderstedt und Flims. Wir gehen jetzt mal davon aus, dass selbst unserem Traumjob-Gewinner diese Entfernung für eine Radtour zu weit ist. Aber vor Ort wird er dann durchstarten: Thomas F. geht vom 9. bis 16. Oktober im Rahmen der Maxi Avalanche auf die Piste. Mehr lesen
Marcel und die Oldtimer: Der letzte Tag – Berge, Wasser und vielen Dank!
Ups, haben wir tatsächlich schon 08:30 Uhr =)
Endlich bin ich mal ausgeschlafen und ohne Wecker aufgestanden. Nach einer erfrischenden Dusche und einem großzügigen Frühstück mache ich mich auf, um die Natur weiter zu erkunden. Eigentlich wollte ich heute auf das Hörnli, aber 2.513 Meter reizen mich seit dem Weisshorn-Aufstieg auf 2.653 Meter nicht mehr wirklich. Nachdem ich nun die Karte rauf und runter geschaut habe, bleibt eigentlich nur ein langer Weg zum Parpaner Rothorn auf 2.861 Meter. Na dann los, es geht durch Arosa nach Innerarosa, wo die Wanderwege Richtung Rothorn starten. Das Wetter ist wieder blendend aufgelegt (s. Foto oben). Mehr lesen
Marcel und die Oldtimer: Der fünfte Tag – Abbruchstimmung
Die Nacht ist sehr kurz, der Regen plätschert bis in die Morgenstunden. Als ich dann aber das Fenster gegen sechs Uhr in der Früh öffne, strahlt die Sonne mir schon wieder entgegen. Nach einem kurzen Frühstück muss ich mich sputen, heute ist Abbruchstimmung, die Zelte, Tribünen und Sicherheitszäune müssen dem Alltag wieder weichen. Wir treffen uns punkt acht Uhr zwischen Eishalle und Sportplatz an der Zivilschutzanlage.
Nach einer kurzen Unterweisung werden die Anwesenden in Gruppen den einzelnen Arbeitsarealen zugeteilt. Eine erste Gruppe hat schon gegen sieben Uhr angefangen, das Rennlager abzubauen. Dort soll ich heute helfen, vorher müssen wir aber noch einige Lunchpakete zusammenstellen, um sie mit zur Gruppe zu nehmen.
Es wartet eine Menge Arbeit auf den Zivilschutz, für den Abbau sind drei Tage geplant. Allein im Rennlager werden etwa drei bis vier Zugwaggons mit Paletten und Gitterboxen abtransportiert, dazu noch drei kleine LKWs.
Wie das Fahrerlager genau aussieht, habe ich euch am Freitag auf einem kleinen Foto gezeigt. Es handelt sich um ca. 20 Zelte, in denen die Oldies standen, drei Pavillonzelte der Sponsoren und das große Hauptzelt. Dazu noch einige kleinere Versorgungszelte.
Zuerst wurden alle Stühle, Tische und Utensilien aus den Zelten transportiert und auf dafür vorgesehene Wagen in die LKWs verladen. Danach wurden Elektroinstallationen, Licht- und Tontechnik in Kisten verstaut.
Als wir die Zelte leergeräumt haben, werden sie Stück für Stück zerlegt und abgebaut. Planen entfernt, Stütz- und Querstreben abgeschraubt, bis nur noch das Gerüst steht und auch dies demontiert wird.
Gegen zwölf Uhr treffen sich alle Gruppen bei Grottino, um gemeinsam zu Mittag zu essen. Es gibt Pizza, Pasta, Salate und alkoholfreie Getränke. Es war eine sehr entspannte Erholungspause, da die Sonne draußen, durchweg auf uns niederbrennt. Die Höhensonne unterschätzt man sehr schnell, nicht zu vergleichen mit der Sonne, die wir im Hochsommer bei uns im Raum Köln haben.
Nachmittags geht es dann munter so weiter, wir verstauen Zelt für Zelt. Ab 16 Uhr schrauben wir noch die Holzböden auseinander und stapeln die Holzplatten auf Paletten. Gegen 17:30 Uhr machen wir dann Feierabend und verabschieden uns voneinander. Ich konnte mir vor diesem Tag kaum vorstellen, was für ein logistischer Aufwand hinter so einem Event steckt. Das Auf- und Abbauen dauert doppelt so lange wie das eigentliche Event. Wahnsinn …
Heute Abend möchte ich nur noch früh ins Bett, es war einfach ein zu anstrengender Tag. Für morgen habe ich mir noch eine Wanderung vorgenommen, der Weisshorn-Aufstieg sollte nur ein Probelauf sein. Das heißt: heute früh ins Bett und ausruhen.
Bis morgen … ade.
Marcel und die Oldtimer: Der vierte Tag – Tag der Entscheidungen
Am Sonntag wird der Große Preis von Arosa ausgefahren, dies beinhaltet die Gleichmäßigkeit Klasse der Rennfelder eins und zwei. Der Fahrer mit dem geringsten Abstand beider Läufe gewinnt, egal wie schnell er ist. Im Rennfeld drei wird der Fahrer mit der schnellsten addierten Zeit beider Läufe gewinnen. Dazu werden noch Preise für die Altersklassen der Autos vergeben.
Wertung: Grosser Preis von Arosa
Die Wertungen unterscheiden sich nach den Kategorien und werden hier kurz erklärt.
Gleichmässigkeit/Regularity Klasse:
In dieser Kategorie gibt es weder eine Klasseneinteilung nach Gruppen noch ein Einteilung nach Hubraumklassen und es wird nicht gegen die Uhr gefahren.
Wertung: Wichtiger als die Laufzeit ist die Zeitdifferenz aus dem ersten und zweiten Lauf. Je kleiner diese ausfällt umso weiter vorn im Klassement ist der Teilnehmer zu finden. So kann es kommen, dass ein VW Käfer Sieger dieser Kategorie wird. Eine Rennlizenz für diese Kategorie ist nicht notwendig. Ein gültiger Führerschein ist die einzige Voraussetzung.
Renn/Competition Klasse:
Fahren gegen die Zeit. Die Fahrzeuge in dieser Kategorie werden in Periodengruppen und Hubraumklassen eingeteilt. In dieser Kategorie muss der Teilnehmer über eine Fahrerlizenz für das von ihm angemeldete Fahrzeug verfügen. Zudem muss das Fahrzeug über einen FIA-Historic Technical Passport verfügen, also über eine detaillierte technische Wagenabnahme.
Wertung: Der Teilnehmer mit den beiden schnellsten Laufzeiten gewinnt. Üblicherweise ist der Schnellste in dieser Kategorie auch der Tagessieger.
Museumsklasse:
Diese Kategorie ist ganz speziellen Fahrzeugen gewidmet, welche nicht in die beiden oben beschriebenen Kategorien fallen. Auf diese Weise können wir dem breiten Publikum Fahrzeuge präsentieren, die einzigartig, aber gemäss Ausschreibung nicht zulässig sind.
Wertung: Es handelt sich bei dieser Klasse um Demonstrationsläufe, welche an der Arosa ClassicCar gezeitet werden, für welche aber kein Klassement erstellt wird.
In meiner Ranglistenausgabe kann ich zu der Museumsklasse leider keine Auskunft geben. Allerdings wie oben erwähnt zu den Altersklassen. Vielleicht handelt es sich um einen Fehler auf der Arosa Classic Car Homepage.
An der Straßenkante
Mein Tag begann wieder mal mit Sonnenschein und einem guten, aber sehr frühen Frühstück. Leider konnte ich meine Überführungsfahrt zum Start in Langwies nicht antreten. Aber wofür gibt es den stündlich fahrenden Zug. In Langwies angekommen, wurden mir meine Aufgaben für den heutigen Tag erklärt. Ich durfte Hösli und seinem Startteam bei den Startvorbereitungen der Fahrzeuge behilflich sein. Dies beinhaltete das Aufstellen der ankommenden Fahrzeuge der einzelnen Rennfelder aus Arosa. Da der Zeitplan sehr eng gesteckt war, kamen die Starter auch mit hohem Tempo zum Start. Man musste das Feld so sortieren, das die tieferliegenden Autos nicht an der Straßenkante aufsetzten. Trotzdem sollte die vom Rennsekretariat vorgegebene Reihenfolge eingehalten werden. (s. Foto ganz oben)
Nun wurde ein Fahrzeug nach dem anderen zum Start geführt und auf dem aufgeklebten Laufzettel abgehakt. Ohne Ohrenschützer war dies nicht möglich, der Lärm war ohrenbetäubend. Dazu die Abgase und Gummigerüche, Rennsport pur. Als erstes durften immer die Renntaxis und Drytech Teamfahrzeuge auf die Piste. So konnten sich die Fahrer länger ausruhen, da sie vor jedem Rennfeld fuhren, somit sechs Läufe am Tag absolvierten. Dann kam das Rennfeld und am Schluss die Demonstration Klasse. Die Startsignale der Lichtschranke wurden erfasst und in den Zielbereich übermittelt. Dort wurde dann die Zeit ausgewertet und zum Rennsekretariat weiter gesendet.
Gertraud aus Ingolstadt war auch wieder am Start, allerdings nicht für eine Bergauffahrt wie ihr Mann, sondern bei einer Überführungsfahrt zum Start mit Peter Kraus, der auch am Rennen teilnahm. Einige werden ihn sicher kennen, ich inzwischen auch nicht nur vom Namen. Das Bild setze ich etwas größer rein, damit Gertraud ein Andenken von der Fahrt hat:
Die Arosa ClassicCars sind einfach fantastisch und auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor allem wenn wie bei mir perfektes Wetter das ganze Erlebnis noch abrundet.
Stau vor dem Start
Mittags bin ich dann mit der Polizei ins Fahrerlager gefahren, um mich für den Nachmittag zu stärken. An der Strecke waren sehr viele Zuschauer verteilt und der Zielraum war auch sehr gut gefüllt. Dank des guten Wetters verteilte sich das Publikum eigentlich über die ganze Strecke an den zugänglichen Punkten. Die Rennstrecke ist ja die einzige Straße nach Arosa und somit nur per Zug oder in der Öffnung nach jedem zweiten Rennfeld frei zugänglich. Die Autos stauten sich einige hundert Meter vor dem Start in Langwies und in Arosa.
Nach Mittag fuhr ich dann wieder mit der Polizei zum Start, um die letzten zwei Läufe zu beobachten. Vielen Dank an den freundlichen Polizisten, der mir dies auf Anfrage ermöglichte. Die Technik in den Polizeiautos wird übrigens auch immer umfangreicher, so oft fährt man ja hier nicht auf dem Vordersitz mit.
Der Rennausgang der Gleichmäßigkeit Klasse ist wieder mal eine Lotterie, weil es fast unmöglich ist, die Zeiten beider Tagesläufe auf die Hundertstel zu treffen.
Der Gewinner dieses Wettbewerbs ist Reto Ganser in einem Porsche 356 A1600 Super Coupé mit einem Zeitunterschied von 17 hundertstel Sekunden(5:57,42 und 5:57,59). Zweiter wurde Babs Gyger-Bühler in einem Volvo PV 544 Sport (6:56,18 und 6:56,40) vor Eric Christen auf Alfa Romeo Giulia Sprint (5:35,05 und 5:35,40).
Der schnellste Fahrer in den ersten beiden Gleichmäßigkeit Klassen war Markus Kalbermatten mit einem Chevron B25. Ihm wäre zu empfehlen, nächstes Jahr in der Renn Klasse zu starten und die dafür benötigte Lizenz zu erhalten, da er zeitlich dieses Jahr dort gewonnen hätte (Gesamtzeit: 9:20,57).
Womit wir bei der Rangliste der Renn Klasse sind. Gewonnen hat Dr. Armin Zumtobel in einem Porsche 906 auch unter Carrera 6 bekannt. Er hatte nach beiden Läufen eine Zeit von 9:23,84. Zweiter wurde Duschi B. Duschletta in einem Porsche 911 PSR 1973 (9:29,63) vor Patrick Heintz in einem Ferrari 308 Gruppe 4 (9:30,15).
Zu den einzelnen Altersklassen gehe ich nun nicht mehr in die Tiefe, dies würde den Rahmen hier sprengen.
Den Abend ließen Rennverantwortliche und Volontäre im Rennzelt in heiterer Runde ausklingen. Es war schön zu beobachten, wie bei den Verantwortlichen der Druck nach den anstrengenden Tagen abfiel und sie sich munter über den Erfolg der ClassicCars unterhielten. Gegen Mitternacht wurde die Runde kleiner und die Heimkehrer kämpften sich durch den inzwischen heftigen Regenschauer, der gegen 21 Uhr eingesetzt hatte. Pünktlich zum Eventende. Gegen 01:30 Uhr fiel auch ich ins Bett. Morgen früh heißt es wieder antreten um 08:00 Uhr, bis morgen … ade.
Marcel und die Oldtimer: Der dritte Tag – Rennfieber und Galadinner
Der erste Entscheidungstag beim ClassicCar beginnt wieder mit Sonnenschein. Der Renngott muss es gut meinen mit uns hier oben im hohen Talkessel. Am Samstag des Rennwochenendes findet seit sieben Jahren die Weisshorn Trophy statt. Der Sieger wird folgendermaßen ermittelt:
Wertung: Weisshorn-Trophy
Die Weisshorn-Trophy besitzt eine Sonderwertung. Diese erstreckt sich über die Kategorien Gleichmässigkeit/Regularity und Renn-/Competitionklasse ohne Berücksichtigung von Periode- und Gruppeneinteilungen und ohne Berücksichtigung der Hubraumklassen. Sieger ist der Fahrer mit den beiden schnellsten Laufzeiten, welche addiert werden und zusätzlich erschwerend unter Berücksichtigung der kleinsten Zeitdifferenz zwischen den beiden Läufen.
Das bedeutet wohl, wer in beiden Samstagsläufen annähernd dieselbe Zeit fährt und dabei auch noch schnell ist, gewinnt den Wettbewerb. Aus den letzten Jahren ist bekannt, dass es auch sehr viel mit Glück zu tun hat, wer am Ende auf dem Treppchen ganz oben steht. Gesprächen mit einigen Fahrern habe ich entnommen, dass die meisten nach Graubünden kommen, weil Ihnen die Strecke und das Flair des Events besonders gut gefallen. Das Gewinnen ist bei den meisten Nebensache. Spaß muss es machen!
Pässe und Listen
Mein heutiger Traumjob beginnt im Rennsekretariat, hier werden Pässe für Fahrer oder VIPs erstellt, die Startlisten ausgehängt, Zeitauswertungen vom Rennleiter beglaubigt und Dinge geregelt, welche die Planung der Zeltbelegung oder das Fahrerfeld betreffen. Anhand der Startlisten wird das Feld der Reihe nach sortiert für die Downhill-Überführungsfahrt zum Langwieser Startbereich, welche man als Besucher für 20 CHF erwerben kann. Der Erlös dieser Fahrten wird zu Gunsten der Stiftung “Kind und Krebs” gespendet. Zusätzlich gibt es das Angebot, für 500 CHF eine komplette Fahrt mit dem Team Drytech Swiss (unter anderem mit Fredy Barth, derzeit Fahrer in der WTCC) zu erwerben. Auch dieser Erlös fließt in die Forschungsstiftung.
Das Rennfeld ist in drei Gruppen unterteilt, die erste Gruppe besteht aus 74 Startern, das zweite Feld aus 47 Startern welche die Gleichmäßigkeit-Klasse bilden, dazu an späterer Stelle mehr. Im zweiten Rennfeld fahren auch noch fünf Demonstrationsfahrzeuge mit, welche an der Wertung nicht teilnehmen. Sie machen nur besonders viel Lärm und sind echte Hingucker (BMW M3DTM, Ferrari 333SP, Osella Honda, Debora C393-02, Fast&Speed S2000 … schmatz).
Das dritte Rennfeld besteht aus 26 Startern und bildet die Renn-Klasse. Nach dem dritten Rennfeld startet dann noch eine Demonstration-Klasse, welche auch außer Wertung fährt, bestehend aus elf historischen Rennmotorrädern.
Es wird immer ein Rennfeld nach Langwies überführt und dann nach Arosa gestartet, danach folgt die nächste Gruppe, bis alle zwei Tagesläufe absolviert haben. Das ergibt in Summe etwa 8 bis 10 Stunden Rennspass. Die Zuschauer können entweder den Shuttlebus benutzen oder mit der stündlich fahrenden Rhätischen Bahn zwischen Langwies, Litzirüti und Arosa verkehren. Nach jedem zweiten Lauf wird der sich anstauende Verkehr für einige Minuten freigegeben.
Am Nachmittag bin ich für die Tribünenkontrolle im Zielbereich eingeteilt. Da dort aber genügend Volontäre anwesend waren, haben ich zwischen Fahrerlager und Zielbereich gependelt. Unter anderem habe ich mich mit den Streckenposten der ISSC Salzburg über Streckensicherheit unterhalten, die mit etwa 50 Helfern angereist sind.
Danach habe ich im Zielbereich den Zeitmessungscontainer und den Reporterbus entdeckt. Dort laufen alle Daten aus dem Startbereich und Zielbereich zusammen. Ein zweiter Container steht im Startbereich, ihn werde ich morgen besuchen. Die gesammelten Daten werden dann geprüft und an das Rennsekretariat weitergeleitet. Die Reporter sitzen in einem Linienbus, welcher direkt am Ziel positioniert ist, somit haben Sie beste Sicht auf die driftenden Piloten.
Nach Beendigung der sechs Tagesläufe gab es die Siegerehrung der Weisshorn Trophy im Fahrerlager. Der Lokalmatador Roger Moser mit seinem BMW E21von 1977 sicherte sich das Shamballa Juwel Armband und dazu eine Flasche Merlot. Der Vorjahrestagessieger Patrick Heintz mit seinem Ferrari 308 von 1980 landete auf dem zweiten Platz. Dritter wurde mit seinem kleinen nur 40 PS starkem Fiat Abarth 695 SS Assetto Corsa Benjamin Braem. Ich vermute mal die angegebenen 40 PS sind serienmäßig und er hat sicher noch was daran rumgeschraubt und gebohrt.
Nach der Preisverleihung fand im Rennzelt ein rustikales Dinner für 200 geladene Gäste statt. Fahrer, Volontäre, Direktoren, Sponsoren, Zivilschützer, Medien und Funktionäre saßen bunt gemischt. Das Essen war grandios – ein großes Lob an das Catering Team, über 800 Mahlzeiten zeitgleich in der kleinen Küche zuzubereiten, war sicher eine weitere Meisterleistung der Aroser. Leider waren die Weingläser sehr tief und immer wieder voll, ich war mir sicher ich hatte sie geleert, somit Dank an den Service, es wurde reichlich nachgeschenkt. Gegen Mitternacht trat ich den Weg ins Hotel an. Es war wieder ein langer sehr schöner Tag und es wird daher wieder eine sehr kurze Nacht.
Bis morgen … ade.
Marcel und die Oldtimer: Der zweite Tag – Tickets, Training, Bergtour
Vorweg, die Arosianer malen alles Mögliche in Blau-Gelb an, hier zwei Beispiele:
Diese Farben sind im Wappen von Arosa und sollen die Sonne am blauen Himmel über zwei Bergspitzen symbolisieren und warum dies so ist, durfte ich die letzten zwei Tage erfahren. Nach der regnerischen Hinfahrt klarte der Himmel gegen Mittag immer mehr auf und startet heute den Tag in Hellblau mit goldener Sonne, nur ein paar Quellwolken trübten noch das Bild. Als Beweis wieder mal ein Foto … traumhaft, so den Tag zu beginnen.
Untergebracht bin ich im Drei-Sterne-Hotel Altein, welches über einen Wellness- und Massagebereich verfügt. Leider konnte ich diesen aus Zeitgründen noch nicht nutzen. Die Mahlzeiten sind sehr umfangreich und total lecker. Gut gestärkt geht es ins Fahrerlager, von wo aus ich meine heutigen Aufgaben zugeteilt bekomme. Michel teilt mich für Fanartikel und Ticketverkauf im Zielbereich ein. Hier kann ich die anstehenden Trainingsläufe bestens beobachten.
Meine erste Aufgabe besteht darin, Klebeband und Informationsplakate auf die gegenüberliegende Tribüne zu liefern. Dies ist nur durch eine Holzbrücke möglich, Arosa ist in Ost und West unterteilt
Gut das ich nun drüben bin, von hier aus kann ich die Aufstellung für die Überführung nach Langwies aus guten Winkel im Bild festhalten. In Langwies startet dann das erste Training (s. Foto ganz oben).
Porsche dominiert in beiden Trainingssitzungen das Feld, die genauen Zeiten könnt ihr unter www.sportstiming.ch nachschauen. Weitere Informationen zum ClassicCar findet ihr unter arosaclassiccar.ch.
Für die Rennbegeisterten, welche nach und nach die Tribünen und abgesperrten Bereiche füllen, gibt es am Fanartikel-Stand die passende Ausrüstung. Poloshirts, Schirmmützen, Anstecker und Fähnchen mit ClassicCar-Schriftzug werden zahlreich erworben.
Gegen Mittag sind die ersten Trainingsläufe der drei Gruppen beendet. Mein Dienst an der Ziellinie ist nun beendet und ich flaniere an den Rennbegeisterten vorbei ins Fahrerlager. Nun kommt für mich persönlich eines der Highlights des Aufenthalts, die Fahrt in einem Renntaxi nach Langwies im Überführungstempo und danach zurück nach Arosa im “80% Renntempo”. So drückt es mein Fahrer Raffi Bader aus, der Sieger des Porsche Super Sports Cup 2009. Er möchte bald im Porsche Super Cup an den Start gehen und in naher Zukunft den Aufstieg in die DTM schaffen.
Auf der Piste
Da es meine erste Fahrt in einem Rennwagen ist, auch wenn es “nur” ein 380 PS starker Porsche Carrera S4 ist, wie Raffi Bader meinte, musste ich mich mit einer Hand an der Beifahrertür festkrallen. Der Porsche ist ein Serienauto ist und besitzt keine Mehrpunkt-Sicherheitsgurte. Also Talent hat der 23-Jährige, so wie er das Arbeitsgerät durch die Kurven manövriert … sein Weg könnte ihn wirklich in die DTM führen. Trotz PS-stärkerer Vorausfahrer haben wir Zeit gut gemacht. Dies habe ich anhand von Videos ermittelt, die ein Streckenposten für mich gemacht hat.
Es war schon ein fantastisches Gefühl, so durch die Kurven zu rutschen, nicht vergleichbar mit den Adrenalin-Ausschüttungen an einer Playstation3. So ein Bergrennen hat wirklich einen besonderen Charme. Ich denke nicht, dass man so etwas auf einer Rennstrecke erleben kann. Den 100 Meter tiefen Abgrund um Millimeter schrammen, Wahnsinn. Kaum angekommen, bettele ich Fabienne an, dass Sie mich, wenn noch Plätze freibleiben sollten, ruhig nochmal einplanen darf – das war natürlich nur zum Spaß dahin gesagt, aber ich würde jederzeit wieder mitfahren.
Bei der Renntaxi-Fahrt habe ich die Gewinnerin der Reise nach Arosa kennengelernt, Gertraud aus Ingolstadt. Ihr Mann hat es sich auf der Fahrt im weißen Porsche hinter mir gemütlich gemacht.
Nach dem Dienst hatte ich die Wahl: die zweiten Trainingsläufe der zweiten und dritten Gruppe verfolgen oder das schöne Wetter genießen und die Umgebung von Arosa erkunden. Ich entschließe mich angesichts des tollen Wetters für Letzteres, da ich ja noch zwei volle Tage das Renngeschehen beobachten kann. Hätte ich vorher gewusst, was ich mir da wirklich vorgenommen habe, wer weiß.
Also ging ich ins Hotel und packte meine Sachen, um mich dann an die Gipfelerstürmung des Weisshorns zu machen, mit 2.653 Metern der größte zu erwandernde Gipfel der Umgebung.
Die ersten Reaktionen, nachdem ich meinen Ausflug ankündigte: “Warum fährst du nicht mit dem Lift, du hast doch All Inklusive”. Ihnen sei gesagt, es ist nicht das Gleiche einen Berg auf die Art zu erreichen
Und so hoch sieht das doch gar nicht aus! Um 14:45 Uhr marschierte ich los.
Naja, ich wurde eines Besseren belehrt, aber es hat sich dennoch gelohnt, die Luft wurde dünner, die Atmung kürzer und das Wasser leerer … nach 100 Höhenmetern. Bin ich schon da? “Nein, bist du nicht”, wollte mir das Huftier wohl vermitteln.
Nach etlichen Höhenmetern mehr und einigen Gesprächen mit herabsteigenden Wanderern wusste ich, in welcher Richtung ich am schnellsten zur Spitze gelangen würde. Die Sattelhütte auf 2.400 Metern war mein erstes Ziel. Bei etwa 2.200 Metern überholte mich ein Triathlon-Duo. Hätten die ihre Fahrräder noch huckepack getragen, hätte ich wohl vorzeitig aufgegeben. Mann, fühlte ich mich alt.
Aber auf dem Abstieg, den Sie natürlich vor mir antraten, antworteten Sie mir im Vorbeigehen, dass Sie den Marsch regelmäßig machen, um fit zu bleiben. Als Flachländer dürfe man ruhig zwei Stunden brauchen, ergänzten Sie. Ich lag also gut in der Zeit, um 16:50 Uhr traf ich oben ein, wanderte durch das Lokal und fragte, wo es wieder runtergeht. “Na auf dem gleichen Weg, auf dem ich herkam”, antwortete mir die Kellnerin. Ein Gast sagte nur, dass die nächste Gondel in zehn Minuten runterfahren würde. Kopfschüttelnd leerte ich mein Wasser und ging auf der gegenüberliegenden Seite raus. Da musste es doch auch runtergehen, zweimal derselbe Weg ist doch langweilig. Gesagt, getan, ein Pärchen lichtete mich noch kurz ab und nun ging es runter, oh meine Güte, ist das tief. Auf der anderen Seite sah man auch Chur, ganz tief im Tal.
Der Abstieg über die Carmennahütte war um einiges steiler und gefährlicher, herauf hätte ich hier definitiv nicht gewollt. Durch kleine Serpentinen konnte man das Gelände abwärts bewältigen, meine Knie-Innenbänder bedankten sich nach einigen hundert Metern. Aber auch diese Anstrengung lohnte sich. Denn ich habe dann endlich doch noch das gefunden, was ich mir bei Antritt vorgenommen habe, eine Siedlung Erdmännchen, ehm Mümmelmänner, ach ne, das sind Murmeltiere, irgendwie sehen die sich alle ziemlich ähnlich. Ich konnte mich bis auf einige Meter annähern und sehr gute Fotos machen. Die störte das nicht wirklich. Och nee, was sind die süüüüüßßß.
Steinböcke habe ich leider nicht mehr gesehen. Fabienne meinte, da Jagdsaison ist, haben sie sich alle ins Asyl verkrümelt, da ihnen dort nichts passiert. Dafür sah ich noch ein paar Steinkühe. Wo die überall rumkraxeln … bei uns stolpern die schon über den kleinsten Hubbel und hier stehen die am Hang, als hätten sie Spieße an den Füssen. Das ist dort steiler als es im Bild aussieht. Wahnsinn, da könnt ich nicht mal zwei Minuten stehen ohne abzurutschen. Auf dem Abstieg sah ich auch noch einen Traum von Haus. Meine Frau würde es lieben …
Punkt 19 Uhr traf ich wieder im Fahrerlager ein, natürlich war niemand Bekanntes mehr da und ich musste mein Feierabend-Bier alleine trinken. Ich trottete mit letzter Kraft ins Hotel und nahm noch mein vorzügliches Vier-Gänge-Menü ein. Nun haben wir 23 Uhr und ich werde ins Bett verschwinden. Um kurz vor Sechs klingelt wieder der Wecker … bis morgen!
Marcel und die Oldtimer: Der erste Tag – Von der Bahn in den Porsche
Die primäre Frage lautete: „Hab ich alles?“
An was man alles denken muss, wird einem meist erst bei der Ankunft und den darauf folgenden Tagen bewusst. Vor allem wenn man die Hinfahrt mit dem Zug plant und bedenken muss, das man auf dem Rückweg die strengen Einschränkungen eines Fluges auferlegt bekommt. Das erste was fehlt, ist natürlich der Auslandskrankenschein. Naja, wofür gibt es Fax
So, los geht es, von Dieringhausen starte ich das Unternehmen Traumjob Arosa Classic Car pünktlich um 22:29 Uhr Richtung Köln, dort angekommen wird einem die erste Verspätung mitgeteilt, glücklicherweise handelt es sich nur um zehn Minuten.
Nach Rückfrage wird mir gesagt, dass mein Abteil zwischen Steig E und F liegt, unschön dass es dann nachher doch Steig C ist und ich mit Tasche und Koffer sechs Wagen über Menschenmassen klettern darf … naja, immerhin ein sehr gutes Training für die Berge! Und schon verlasse ich Colonia …
Nach einer sehr unruhigen Nacht erreiche ich gegen 6:54 Uhr Basel, wo ich mir eine halbe Stunde die Füße vertrete, um auf den Anschlusszug nach Chur zu warten. Es herrscht reger Berufsverkehr und die Menschenmassen bahnen sich mühsam ihren Weg.
Gegen 10 Uhr erreiche ich Chur. Hm, leider habe ich nicht die Zeit, um mal eben bei der Traumjob-Agentur vorbei zu schauen. Vielleicht auf dem Rückweg!
Nun ging das Abenteuer erst richtig los, die Berge bauten sich die ganze Fahrt durch die Schweiz mehr und mehr auf, wie Charis erwähnte, ist die Zugfahrt ein wahrer Genuss, aber jetzt fuhr ich mit der Rhätischen Bahn mitten rein und es wurde einem bei dem Gequietsche und Geruckel ganz anders.
Vorbei an Langwies ging es über das Viadukt nach Arosa, für jede/n Bergliebhaber/in ist diese Landschaft eine Augenweide.
Der Blick vom Langwieser Viadukt ist genauso traumhaft. An meinem freien Tag, werde ich definitiv die Landschaft erkunden und den einen oder anderen Berg besteigen bzw. das eine oder andere Tal durchschreiten.
Arosa ist endlich in Sichtweite und die rumplige aber interessante Zugfahrt beendet. Hut ab vor den Arbeitern, die diese Strecke gebaut haben und in Stand halten. Ein wirkliches Meisterwerk, in solch einem Terrain eine Zugstrecke zu schaffen.
An vier Stellen kann man vom Zug aus einen Blick auf die Rennstrecke werfen und man erkennt schnell, dass dies bei hohem Tempo ein sehr interessantes Spektakel wird. Wenn man da ein wenig zu viel an der falschen Stelle aus dem Auto holen möchte, kann es leicht krachen. Die Straßen sind sehr eng und die Serpentinen an vielen Stellen unübersichtlich. Gut, dass hier sehr erfahrene und mit Bedacht fahrende Teilnehmer am Start sind.
Nun endlich bin ich in Arosa und ziemlich geschafft von der langen Anreise. Fabienne von Arosa Tourismus holt mich am Bahnhof ab und fährt mich zum Hotel, wo ich erst mal Kräfte sammeln kann. Gegen 13 Uhr treffen wir uns im Fahrerlager, dort werfe ich einen ersten Blick auf die schon eingetroffenen Oldies. Da es über 150 teilnehmende Fahrzeuge sind, werde ich über die Tage verteilt einige Bilder von Ihnen bloggen. Fotografiert habe ich alle, aber dies würde nach den vielen Fotos der Anreise den Rahmen für heute sprengen.
Gegen 16:30 Uhr beginnt die Eröffnungszeremonie im Fahrerlager bei Speis und Trank. Es wird gefachsimpelt und die ersten Gespräche mit Sponsoren werden geführt. Die Autos werden von der Menge begutachtet, bevor es dann gegen 17:30 Uhr zur Startaufstellung für den Autocorso durch Arosa los geht. Mitfahren durfte ich dann auch gleich bei Reto in einem Porsche RSR 3.0 IROC von 1973.
Mit lautem Gebrüll donnerte die Herde der Fahrzeuge durch Arosa. Nun weiß ich auch, woher die Redewendung „Benzin im Blut“ stammt, denn bei den Unmengen an Abgasen bleibt sicher Benzin in der Luft, welches man unweigerlich einatmet und dann in den Blutkreislauf aufnimmt. Die Zuschauer am Straßenrand waren total begeistert (s. Foto ganz oben) und nach dieser ersten Runde bin ich sehr gespannt auf die nächsten Tage.
Den Rest des Abends haben wir dann im Fahrerlager verbracht. Diskutiert wurde über Biersorten, Dialekte und komische Gesichter in Getränken. Viel verstehen konnte ich leider noch nicht, aber es wurde von Stunde zu Stunde besser.
Einen herzlichen Dank an die Mitarbeiter von Arosa Tourismus, ich wurde sehr nett empfangen und jede Frage wurde beantwortet, meist auf hochdeutsch










































