Die liebe Andrea ist gut auf der Carschinahütte angekommen, wir wünschen ihr viel Spaß und natürlich tolle Kletterpartien! Hier ihr Bericht vom ersten Tag, leider noch ohne Fotos. Nein, die Kamera wurde nicht vom Steinbock gefressen, aber die Bilder auf der Hütte hochzuladen, gestaltet sich noch schwierig. Wir arbeiten dran und freuen uns auf die nächsten Highlights vom Hüttenleben. (uwe)
25.06.2011
9:20 Uhr, nach 12h Zugfahrt im Nachtzug erreiche ich mehr oder weniger ausgeschlafen den Züricher Hauptbahnhof.
Von dort geht es weiter nach Landquart mit dem Intercity und vor mir tauchen die ersten hohen Berge und blauen Gebirgsbäche und -seen auf. Ab Landquart fahre ich mit der Räthischen Bahn und schmunzele ein wenig. Weiss ich doch, dass hier erst vor kurzem auch ein Traumjobber unterwegs war.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir Küblis, wo ich auf das Postauto umsteige. Es geht den Berg hinauf über viele Kurven und sehr steile Passagen bis nach St. Antönien. Dort soll ich zum Berghaus Sulzfluh, um dort mein Klettergepäck abzustellen. Ich folge den Schildern und verlasse den Dorfkern. Komisch. Es soll doch hier in St. Antönien sein!? Ich frage eine Anwohnerin nach dem Weg und erfahre, dass man bis zum Berghaus ca. 1,5h läuft. Na gut. Ich tausche Sandalen gegen Wanderschuhe, schnalle meinen Rucksack auf und laufe los.
Irgendwann taucht der Gipfel der Sulzfluh auf…dort oben werde ich also am Donnerstag stehen…ich freu mich!
2,5 Stunden mehr
Am Berghaus erfahre ich, dass es gescheiter wäre, doch alles mitzunehmen. Bis zur Carschinahütte seien es noch einmal 2,5 Stunden zu gehen. Ich denke darüber nach, was ich alles besser zu Hause gelassen hätte und wandere weiter. Ob die Leute, die immer auf der Hütte arbeiten, denselben Weg aufsteigen, wenn sie zur Arbeit gehen?
Die Wege werden nun schmaler, man muss schauen wohin man tritt. Mit dem Gepäck auf dem Rücken und den müder werdenden Beinen erfordert der Marsch meine ganze Konzentration. Aber darauf hatte ich mich gefreut: An nichts denken ausser ans Laufen.
Nach etwa einer Stunde fängt es an zu regnen. Aber das kann meine gute Laune nicht trüben. Einige hundert Meter weiter taucht sie auf: die Carschinahütte. Mit dem Ziel vor Augen und einem wundervollen Panorama fallen die letzten Meter nur halb so schwer!
Oben angekommen werde ich sehr herzlich empfangen und verbringe den Rest des Abends mit dem Hütten-Team in der warmen Küche, dem Herzstück der Hütte. Da 70 Uebernachtungsgäste da sind, versuche ich mich gleich nützlich zu machen, schwinge das Handtuch und gebe Getränke aus.
Um 22:10 Uhr mach ich mich dann müde und glücklich auf dem Matratzenlager lang… Gute Nacht miteinander!