09. Juli – Letzter Tag
Der letzte Tag begrüßt mich mit strahlendem Sonnenschein. Die Woche verging wie im Flug. Hachz.
Schön ausgeschlafen geht es nun wirklich zum letzten Mal in die Käserei. Heute in den Ladenbereich. Ein wenig wehmütig schiele ich in die angrenzenden Räume zur Herstellung. Das hatte schon mächtig Spaß gemacht, hätte ich mir auch noch ein paar Tage mehr vorstellen können. Die herzliche Begrüßung durch Jehona sorgt aber dafür, dass ich mich ganz schnell in den Verkaufsräumen wohl fühle.
Abwiegen, einpacken …
Also lerne ich schon wieder eine Menge: Käse (gerade) schneiden, Käse verpacken, die Waage und Kasse bedienen. Scheinbar ist es ein ungeschriebenes Gesetz für Kunden, im Pulk aufzutreten. Als die erste Menge hereinströmt, schiebe ich ein wenig Panik – ich versteh die doch nicht … und vermutlich auch umgekehrt … Aber die Arbeitsteilung ist bald perfekt – Jehona bedient, ich wiege ab und packe ein. So vergehen auch diese Stunden viel zu schnell.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause mache ich mich auf den Weg zur Bergbahnstation. Andreas vom Tourismusbüro hat mir für meinen letzten Nachmittag noch ein Rad beim NTC Sport besorgt. Ein wenig skeptisch besteige ich den Lift. In Tigignas beschließe ich doch noch, bis Somtgant hochzufahren und die komplette Tour nach unten zu machen. Als ich mich in 2.128 m Höhe aufs Rad schwinge, frage ich mich allerdings, was mich da weiter unten geritten hat. Huch, ist das steil. Ich trete die vermutlich langsamste Abfahrt des Veloverleihs an. Allerdings fasse ich langsam Mut und beginne mir und den Bremsen zu vertrauen, so dass ich ab Tigignas volle Fahrt hinab den Wind um die Nase genießen kann. Das nächste Mal werde ich mich wohl doch auf eines der Funrollgeräte trauen
Eingehüllt von Stille
Die Sonne lacht weiterhin und ich beschließe doch noch, der Baselgia Son Martegn, von der Angelika am ersten Tag so sehr geschwärmt hat, einen Besuch abzustatten. Wenn Savognin schon drei Kirchen hat, kann ich ja auch mal in einer drin gewesen sein.
Plötzlich umgibt mich Stille und mir wird bewusst, wie laut es mit Fahrtwind um den Ohren und den rauschenden Bach auf dem Weg zur Kirche war. Ich bestaune das beeindruckende Deckengemälde und lasse mich von der Stille einhüllen.
Irgendwie geht heute alles schneller als von mir eingeplant, so bleibt mir noch etwas Zeit bis zu meinem letzten Abendessen im Hotel und ich entschließe mich, den Hotelpool inklusive Sonnenwiese zu nutzen. Mit Handtuch und Buch bewaffnet, trete ich mein Sonnenbad an. Mit dem beeindruckenden Piz Mitgel im Hintergrund lasse ich es mir gut gehen und die letzten Tage noch einmal Revue passieren …
Unsere Bergsennin ist glücklich wieder zurück in Deutschland – wir freuen uns, dass es ihr zwischen Käse, Ziegen und Kirchen so gut gefallen hat. Im Übrigen hat sie uns noch weitere Fotos versprochen, wenn die eintreffen, erfahrt Ihr es zuerst. Versprochen! (uwe)

















