Unser Kletter-Ass Andrea ist inzwischen glücklich nach Dresden zurückgekehrt – und hat von dort ihren letzten Blogeintrag geschickt. Vielen Dank für die tollen Beiträge, wir hoffen, es hat dir gefallen und du kommst bald wieder! (uwe)
02.07.2011
Zum letzten mal wache ich 2.233m über dem Meeresspiegel auf – die letzte Chance noch etwas Tolles zu unternehmen. Ich beschließe sie zu nutzen, packe meinen Rucksack, nehme noch schnell einen Kaffee und schmiere mir ein Brot für später. Um 8 Uhr gehts los, 8.30 Uhr erreiche den Einstieg des Klettersteigs.
Im kurzärmligen Hemd steige ich zum Zweiten mal die Einstiegsleiter des Sulzfluh-Klettersteiges hinauf (s. Foto oben).
Obwohl ich alleine bin, macht es Spaß. Es ist zwar nicht das gleiche, wie klettern, aber immerhin ist es ein recht anspruchsvoller Klettersteig und ich bin froh, dass wir den Tag vorher ausgestiegen sind. Einige Passagen sind ganz schön knifflig und ohne guten Halt unter den Füßen schwer zu durchsteigen.
Unterwegs wird es immer kühler. Es hängen sogar Eiszapfen da.
Ganz plötzlich ziehen Wolken auf und es hagelt immer mal wieder. Nach 2,5 Stunden komme ich mit über 100 Fotos mehr auf der Speicherkarte oben an.
Beim Absteigen bin ich froh, dass ich mit Sonja vor ein paar Tagen schonmal hier oben war. Es ist so neblig, dass man nur ein paar Meter weit sieht. Beim Schneefeld angekommen, sieht man nur Weiß, so weit das Auge reicht.
Auf dem Rückweg tut mir ein Murmeltier noch den Gefallen, ganz dicht neben dem Weg zu sitzen, so dass ich ein schönes Foto von ihm machen kann
Um 12.30 Uhr bin ich wieder an der Carschinahütte. Eine schöne Tour war´s!
Tom meint, wenn er gewusst hätte, dass ich das vor hab, wäre er vielleicht mitgekommen. Aber ich wusste abends selbst noch nicht, dass ich gehe. Naja. Holen wir das eben nach, wenn ich das nächste mal da bin.
Die letzten Stunden brechen an. Der Rucksack ist gepackt und eigentlich könnte ich nun gehen – will ich aber nicht. Stattdessen bleibe ich in der Küche, wasche ab, bereite Getränke vor, die Steffi und Nando rausbringen und schaue immer wieder auf die Uhr. Sie tut mir aber nicht den Gefallen stehen zu bleiben.
Nachdem der Betrieb auf der Terasse und in der Stube etwas nachgelassen hat, fragt Tom mich, was ich mir als Abschiedessen wünsche. Es gibt Pizzokels mit frischen Champignons und Zwiebeln. Lecker.
Inzwischen ist Michi damit fertig geworden, die Fugen in den frisch gefließten Toiletten zu verspachteln. Zum Glück kennt Tom ein Hausmittelchen gegen geschundene Hände … es gibt ein warmes Kamillenbad (hoffe, es hat geholfen).
Gegen 16 Uhr raffe ich mich dann auf und beschließe zu gehen. Wir machen noch ein Abschiedsfoto (leider fehlt die liebe Sonja, die wegen Krankheit das Bett hütet) und dann geht es nach ausführlichen Abschiedsumarmungen los.
Immer wieder drehe ich mich um, mache Fotos und seufze. Es war eine so wunderschöne Zeit ! Und wenn jemand nicht nur die Carschina-Hütte, sondern auch mich besuchen will: Nächstes Jahr bin ich – so Gott will – ganz bestimmt wieder da!
Vielen, vielen Dank und die allerliebsten Grüße an Roman, Tom, Heidi, Lenya, Sonja, Steffi, Michi und Nando!
Bis bald.
Eure Andrea

































