
Am Sonntag wird der Große Preis von Arosa ausgefahren, dies beinhaltet die Gleichmäßigkeit Klasse der Rennfelder eins und zwei. Der Fahrer mit dem geringsten Abstand beider Läufe gewinnt, egal wie schnell er ist. Im Rennfeld drei wird der Fahrer mit der schnellsten addierten Zeit beider Läufe gewinnen. Dazu werden noch Preise für die Altersklassen der Autos vergeben.
Wertung: Grosser Preis von Arosa
Die Wertungen unterscheiden sich nach den Kategorien und werden hier kurz erklärt.
Gleichmässigkeit/Regularity Klasse:
In dieser Kategorie gibt es weder eine Klasseneinteilung nach Gruppen noch ein Einteilung nach Hubraumklassen und es wird nicht gegen die Uhr gefahren.
Wertung: Wichtiger als die Laufzeit ist die Zeitdifferenz aus dem ersten und zweiten Lauf. Je kleiner diese ausfällt umso weiter vorn im Klassement ist der Teilnehmer zu finden. So kann es kommen, dass ein VW Käfer Sieger dieser Kategorie wird. Eine Rennlizenz für diese Kategorie ist nicht notwendig. Ein gültiger Führerschein ist die einzige Voraussetzung.
Renn/Competition Klasse:
Fahren gegen die Zeit. Die Fahrzeuge in dieser Kategorie werden in Periodengruppen und Hubraumklassen eingeteilt. In dieser Kategorie muss der Teilnehmer über eine Fahrerlizenz für das von ihm angemeldete Fahrzeug verfügen. Zudem muss das Fahrzeug über einen FIA-Historic Technical Passport verfügen, also über eine detaillierte technische Wagenabnahme.
Wertung: Der Teilnehmer mit den beiden schnellsten Laufzeiten gewinnt. Üblicherweise ist der Schnellste in dieser Kategorie auch der Tagessieger.
Museumsklasse:
Diese Kategorie ist ganz speziellen Fahrzeugen gewidmet, welche nicht in die beiden oben beschriebenen Kategorien fallen. Auf diese Weise können wir dem breiten Publikum Fahrzeuge präsentieren, die einzigartig, aber gemäss Ausschreibung nicht zulässig sind.
Wertung: Es handelt sich bei dieser Klasse um Demonstrationsläufe, welche an der Arosa ClassicCar gezeitet werden, für welche aber kein Klassement erstellt wird.
In meiner Ranglistenausgabe kann ich zu der Museumsklasse leider keine Auskunft geben. Allerdings wie oben erwähnt zu den Altersklassen. Vielleicht handelt es sich um einen Fehler auf der Arosa Classic Car Homepage.
An der Straßenkante
Mein Tag begann wieder mal mit Sonnenschein und einem guten, aber sehr frühen Frühstück. Leider konnte ich meine Überführungsfahrt zum Start in Langwies nicht antreten. Aber wofür gibt es den stündlich fahrenden Zug. In Langwies angekommen, wurden mir meine Aufgaben für den heutigen Tag erklärt. Ich durfte Hösli und seinem Startteam bei den Startvorbereitungen der Fahrzeuge behilflich sein. Dies beinhaltete das Aufstellen der ankommenden Fahrzeuge der einzelnen Rennfelder aus Arosa. Da der Zeitplan sehr eng gesteckt war, kamen die Starter auch mit hohem Tempo zum Start. Man musste das Feld so sortieren, das die tieferliegenden Autos nicht an der Straßenkante aufsetzten. Trotzdem sollte die vom Rennsekretariat vorgegebene Reihenfolge eingehalten werden. (s. Foto ganz oben)
Nun wurde ein Fahrzeug nach dem anderen zum Start geführt und auf dem aufgeklebten Laufzettel abgehakt. Ohne Ohrenschützer war dies nicht möglich, der Lärm war ohrenbetäubend. Dazu die Abgase und Gummigerüche, Rennsport pur. Als erstes durften immer die Renntaxis und Drytech Teamfahrzeuge auf die Piste. So konnten sich die Fahrer länger ausruhen, da sie vor jedem Rennfeld fuhren, somit sechs Läufe am Tag absolvierten. Dann kam das Rennfeld und am Schluss die Demonstration Klasse. Die Startsignale der Lichtschranke wurden erfasst und in den Zielbereich übermittelt. Dort wurde dann die Zeit ausgewertet und zum Rennsekretariat weiter gesendet.

Gertraud aus Ingolstadt war auch wieder am Start, allerdings nicht für eine Bergauffahrt wie ihr Mann, sondern bei einer Überführungsfahrt zum Start mit Peter Kraus, der auch am Rennen teilnahm. Einige werden ihn sicher kennen, ich inzwischen auch nicht nur vom Namen. Das Bild setze ich etwas größer rein, damit Gertraud ein Andenken von der Fahrt hat:

Die Arosa ClassicCars sind einfach fantastisch und auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor allem wenn wie bei mir perfektes Wetter das ganze Erlebnis noch abrundet.

Stau vor dem Start
Mittags bin ich dann mit der Polizei ins Fahrerlager gefahren, um mich für den Nachmittag zu stärken. An der Strecke waren sehr viele Zuschauer verteilt und der Zielraum war auch sehr gut gefüllt. Dank des guten Wetters verteilte sich das Publikum eigentlich über die ganze Strecke an den zugänglichen Punkten. Die Rennstrecke ist ja die einzige Straße nach Arosa und somit nur per Zug oder in der Öffnung nach jedem zweiten Rennfeld frei zugänglich. Die Autos stauten sich einige hundert Meter vor dem Start in Langwies und in Arosa.
Nach Mittag fuhr ich dann wieder mit der Polizei zum Start, um die letzten zwei Läufe zu beobachten. Vielen Dank an den freundlichen Polizisten, der mir dies auf Anfrage ermöglichte. Die Technik in den Polizeiautos wird übrigens auch immer umfangreicher, so oft fährt man ja hier nicht auf dem Vordersitz mit.
Der Rennausgang der Gleichmäßigkeit Klasse ist wieder mal eine Lotterie, weil es fast unmöglich ist, die Zeiten beider Tagesläufe auf die Hundertstel zu treffen.
Der Gewinner dieses Wettbewerbs ist Reto Ganser in einem Porsche 356 A1600 Super Coupé mit einem Zeitunterschied von 17 hundertstel Sekunden(5:57,42 und 5:57,59). Zweiter wurde Babs Gyger-Bühler in einem Volvo PV 544 Sport (6:56,18 und 6:56,40) vor Eric Christen auf Alfa Romeo Giulia Sprint (5:35,05 und 5:35,40).

Der schnellste Fahrer in den ersten beiden Gleichmäßigkeit Klassen war Markus Kalbermatten mit einem Chevron B25. Ihm wäre zu empfehlen, nächstes Jahr in der Renn Klasse zu starten und die dafür benötigte Lizenz zu erhalten, da er zeitlich dieses Jahr dort gewonnen hätte (Gesamtzeit: 9:20,57).
Womit wir bei der Rangliste der Renn Klasse sind. Gewonnen hat Dr. Armin Zumtobel in einem Porsche 906 auch unter Carrera 6 bekannt. Er hatte nach beiden Läufen eine Zeit von 9:23,84. Zweiter wurde Duschi B. Duschletta in einem Porsche 911 PSR 1973 (9:29,63) vor Patrick Heintz in einem Ferrari 308 Gruppe 4 (9:30,15).

Zu den einzelnen Altersklassen gehe ich nun nicht mehr in die Tiefe, dies würde den Rahmen hier sprengen.
Den Abend ließen Rennverantwortliche und Volontäre im Rennzelt in heiterer Runde ausklingen. Es war schön zu beobachten, wie bei den Verantwortlichen der Druck nach den anstrengenden Tagen abfiel und sie sich munter über den Erfolg der ClassicCars unterhielten. Gegen Mitternacht wurde die Runde kleiner und die Heimkehrer kämpften sich durch den inzwischen heftigen Regenschauer, der gegen 21 Uhr eingesetzt hatte. Pünktlich zum Eventende. Gegen 01:30 Uhr fiel auch ich ins Bett. Morgen früh heißt es wieder antreten um 08:00 Uhr, bis morgen … ade.